Radverkehr auf der Bürgerstraße – SPD kritisiert Untätigkeit der Stadtverwaltung

Veröffentlicht am 01.02.2021 in Kommunales

Die Bürgerstraße im Stadtteil Pieschen ist für viele Radfahrer*innen ein echtes Ärgernis. Da es auf der engen Straße keine eigenen Radfahrstreifen gibt, wird der Radverkehr gezwungen, entweder in engem Abstand an parkenden Autos vorbeizufahren oder zwischen den Straßenbahngleisen zu fahren. Da aber jeden Tag 7.000 Autos die Bürgerstraße nutzen, sind auch hier Konflikte vorprogrammiert.

Die Problemstelle wurde auch im 2017 beschlossenen städtischen Radverkehrskonzept als Maßnahme 741 in Priorität 1 einsortiert („Fahrt neben den Straßenbahngleisen wegen fehlender Sicherheitsabstände zum ruhenden Verkehr zu gefährlich“). SPD-Stadtrat Stefan Engel hatte sich nun in einer offiziellen Anfrage erkundigt, wie der aktuelle Stand ist. Die Antwort der Stadtverwaltung fällt ernüchternd aus. Obwohl in vielen anderen Städten üblich, wird die vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) vorgeschlagene Markierung von Fahrradpiktogrammen zwischen den Gleisen, also eine Markierung auf der Straße in Form eines Fahrrads, von der Verwaltung aus rechtlichen Gründen abgelehnt. Zur erfragten Anordnung von Tempo 30 äußert sich die Verwaltung gar nicht. Ein grundlegender Umbau der Bürgerstraße ist ebenso nicht vorgesehen. Zusammengefasst: In den nächsten Jahren sind dort keinerlei Verbesserungen für den Radverkehr zu erwarten.

Dazu erklärt Stefan Engel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion:

"Eine Prio 1-Maßnahme des Radverkehrskonzepts auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, ist ein Armutszeugnis. Vor kurzem hatte die SPD-Stadtratsfraktion noch die Sanierung der Harkortstraße durchgesetzt. Es wäre konsequent, nun auch auf der Bürgerstraße zügig die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern. Piktogramme zwischen den Gleisen wären eine kostengünstige und sinnvolle Maßnahme bis zu einem Straßenumbau. Die Symbole würden dem Radverkehr zeigen, wo er am sichersten unterwegs ist. Und auch dem Autoverkehr würde signalisiert, dass hier mit Fahrrädern zu rechnen ist und diese mit entsprechendem Abstand zu überholen sind. Was in Berlin (Weinbergsweg/Kastanienallee), Mannheim (Seckenheimer Hauptstr.), Halle (Geiststr.), Frankfurt (Mörfelder Landstr.) und Bremen (Vor dem Steintor) geht, sollte auch in Dresden möglich sein. Die rechtliche Begründung der Verwaltung überzeugt mich nicht. Die „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA 2010) sehen Fahrradpiktogramme im Gleisbereich von Straßenbahnen sogar explizit vor."

Rebecca Overmeyer, SPD-Stadtbezirksbeirätin in Pieschen, ergänzt:

"Die Untätigkeit der Stadtverwaltung können wir nicht hinnehmen. Täglich gibt es auf der Bürgerstraße Konflikte zwischen Auto- und Radverkehr. Aus Angst vor der engen Überholsituation weichen viele Radfahrer*innen auf den Fußweg aus. Auch das ist problematisch. Im Umfeld der Bürgerstraße befinden sich zahlreiche Schulstandorte. Wenn Schüler*innen sicher und eigenständig zur Schule kommen sollen, müssen auch die Bedingungen stimmen. Auch Tempo 30 könnte die Verkehrssicherheit verbessern. Wir erwarten von der Stadtverwaltung ein rasches Umdenken!"

 

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