Kommunale Bürgerumfrage bestätigt: Mangel an bezahlbarem Wohnraum zentrales Problem in Pieschen

Veröffentlicht am 16.04.2019 in Kommunales

Am 15. April wurden die Ergebnisse der kommunalen Bürgerumfrage für das Jahr 2018 veröffentlicht. Dabei hat die Dresdner Stadtverwaltung auch diverse regionalisierte Daten vorgelegt, die Aussagen zu einzelnen „Stadträumen“ Dresdens erlauben. Dabei sind Pieschen-Nord, Pieschen-Süd und die Leipziger Vorstadt ein Stadtraum, wohingegen der Rest des Stadtbezirks Pieschen eine weiteren Stadtraum bildet.

Nach den vorliegenden Daten ist die monatliche Grundmiete im Stadtraum Pieschen/Leipziger Vorstadt in von 2014 bis 2018 von 5,63 Euro pro Quadratmeter auf nun 6,59 Euro gewachsen. Dies ist ein Anstieg von 17 Prozent in nur vier Jahren. Obwohl die Bewohner des Stadtraum über ein unterdurchschnittliches Haushaltseinkommen von 1666 Euro (Stadt: 1700 Euro) verfügen, liegt die Durchschnittsmiete damit mittlerweile über dem städtischen Durchschnitt von 6,43 Euro pro Quadratmeter. Zugleich beurteilen die Einwohner von Pieschen und der Leipziger Vorstadt die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum mit einer Durchschnittsnote von 3,6 äußerst schlecht (Stadt: 3,2). 58 Prozent sind damit unzufrieden, wohingegen nur 17 Prozent zufrieden sind. 

Dazu erklärt Stefan Engel, Stadtbezirksbeirat und Vorsitzender der SPD Dresden-Pieschen: 

„Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist das zentrale politische Problem in Dresden, aber insbesondere auch in Pieschen. Es war richtig, dass Rot-Rot-Grün im Stadtrat die Neugründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft gegen viele Widerstände beschlossen hat. Nur mit eigenem Wohnraum kann die Stadt den Marktkräften etwas entgegensetzen. Der Verkauf der WOBA durch CDU, PDS und FDP im Jahr 2006 war ein riesiger Fehler. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Stadt gerade in Stadtteilen mit stark steigenden Mieten gezielt Flächen und Häuser ankauft. Auch in Pieschen muss es neuen kommunalen Wohnraum geben. Investoren müssen zudem verpflichtet werden, bei neuen Vorhaben 30 Prozent bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es ist zudem überfällig, dass der Innenminister auch in Dresden endlich die Mietpreisbremse einführt.“ 

Mit Blick auf die konkrete Situation in Pieschen sieht Engel aber noch weitere Ansätze:

„Auch über Instrumente wie Milieuschutzsatzungen oder den gerade in Berlin diskutierten Mietendeckel sollte man nachdenken. Nicht zu verachten ist zudem der Wohnungsbestand der Planungs- und Sanierungsträgergesellschaft (PSG) im Sanierungsgebiet Pieschen. Diese Gesellschaft übernimmt derzeit die treuhänderische Verwaltung von über 400 städtischen Wohnungen in Pieschen-Süd und vermietet diese zu sozialverträglichen Preisen. Diese Wohnungen müssen auch nach der vorgesehenen Aufhebung des Sanierungsgebietes in kommunaler Hand bleiben! Das stärkt die neue WiD und sorgt für langfristig bezahlbare Mieten.“ 

Der SPD-Ortsverein Dresden-Pieschen hat derzeit etwa 75 Mitglieder und umfasst die Stadtteile Kaditz, Mickten, Pieschen, Trachau, Trachenberge und Übigau. 

Ergebnisse der Kommunalen Bürgerumfrage: https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/statistik/publikationen/KBU.php

 

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