Druck von SPD, ADFC und aus dem Stadtrat wirkt: Tempo 30 auf der Bürgerstraße kommt

Veröffentlicht am 11.05.2023 in Kommunales

Schon seit vielen Jahren wird über die Verkehrssituation auf der Bürgerstraße in Dresden-Pieschen diskutiert. Obwohl im Radverkehrskonzept Maßnahmen vorgesehen sind, hatte sich die Stadtverwaltung bisher geweigert, konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu ergreifen. Dabei gab es insbesondere im Umfeld der Kreuzung Oschatzer Straße immer wieder Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung. Mittlerweile ist diese Stelle sogar als Unfallhäufungsstelle eingestuft. Der Radverkehr auf der Bürgerstraße muss im Gleisbereich der Straßenbahn fahren und wird bisher oftmals durch den Autoverkehr mit Tempo 50 überholt.

Schon Anfang 2021 fragte SPD-Stadtrat Stefan Engel bei der Stadtverwaltung nach, ob konkrete Maßnahmen vorgesehen sind (AF1044/20). Die diskutierte Markierung von Radpiktogrammen wurde abgelehnt, zur Einführung von Tempo 30 äußerte sich die Verwaltung gar nicht. SPD-Stadtbezirksbeirätin Rebecca Overmeyer und Stadtrat Stefan Engel kritisierten damals die Untätigkeit der Stadtverwaltung (https://spd-fraktion-dresden.de/2021/02/01/radverkehr-auf-der-buergerstrasse/). Auch die im Februar 2021 von Falk Schütze initiierte Petition mit 1.143 Unterschriften konnte die Stadtverwaltung nicht kurzfristig umstimmen. Tempo 30 und Radpiktogramme waren danach noch mehrfach Thema im Petitionsausschuss und in der städtischen Verkehrskommission. Auch der Dresdner ADFC hatte sich für solche Maßnahmen ausgesprochen.

Bei der Sitzung des Stadtbezirksbeirats Pieschen am Dienstag (9.5.) kam nun die Kehrtwende: Die Vertreter der Straßenverkehrsbehörde kündigten an, auf der Bürgerstraße zwischen Gehestraße und Rehefelder Straße demnächst Tempo 30 einzuführen. Der Stadtbezirksbeirat unterstützte diese Änderung und sprach sich weiterhin dafür aus, geeignete Maßnahmen gegen falschparkende Fahrzeuge zu ergreifen und Hinweiszeichen zum Abstand beim Überholen bzw. Piktogramme zwischen den Gleisen anzubringen.

Dazu erklärt Stefan Engel, SPD-Stadtrat für Pieschen und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion:

Ich begrüße den Sinneswandel bei der Stadtverwaltung. Die Einführung von Tempo 30 wird die Verkehrssicherheit auf der Bürgerstraße deutlich erhöhen. Mit der Asphaltierung der anschließenden Harkortstraße ist die Bürgerstraße für den Radverkehr viel attraktiver geworden. In einem Ortsteilzentrum mit Geschäften, Gastronomie und angrenzenden Schulen kann der Verkehr auch mal ein paar Sekunden warten. Die Einführung von Tempo 30 verträgt sich aufgrund der engen Haltestellenabstände auch gut mit der Straßenbahn. Ich würde mich freuen, wenn so einfache Maßnahmen zukünftig keine zweieinhalb Jahre dauern. Polizei und Ordnungsamt müssen die neue Tempobeschränkung wirksam kontrollieren.

Rebecca Overmeyer, SPD-Stadtbezirksbeirätin in Pieschen, ergänzt:

Für den Radverkehr ist die Bürgerstraße im Moment alles andere als sicher. Jeden Tag ergeben sich für Radfahrende dort gefährliche Situationen, zum Beispiel durch drängelnde oder eng überholende Autos. Aus Angst davor weichen viele Radfahrer:innen auf den Gehweg aus. Das wiederum gefährdet Menschen, die dort unterwegs sind. Tempo 30 wird die Zahl der Überholvorgänge nun reduzieren. Das ist ein wichtiger erster Schritt. Tempo 30 macht zusätzlich das Überqueren der Straße deutlich einfacher. Falschparkende Fahrzeuge an den Kreuzungen sind aber nach wie vor ein Problem. Die Verwaltung sollte die vom Stadtbezirksbeirat geforderten Maßnahmen zügig umsetzen.

 

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